Montag, 11. August 2014

09.08 bis 10.08.2014

Samstag, 09.08.14

Auf Grund des heftigen Nieselregens heute beschließe ich früh noch einen Tag auf dem Campingplatz hier zu bleiben. Die nächste Tour soll auf Feldwegen ins Hochgebirge gehen, da ist es besser ein bißchen besseres Wetter abzupassen, falls das hier überhaupt möglich ist.
Bis jetzt ist es jeden Tag bewölkt, selten das die Sonne sich mal durcharbeiten kann, es sieht immer so aus als ob es jeden Moment wieder mit Regen losgehen könnte.
Gegen Mittag trifft ein Reiseradlerin auf dem Camping ein. Eine Schweizerin natürlich, Dominique stellt sie sich vor. Langsam liebe ich die Schweizer Reiseradler, die immer im richtigen Moment auftauchen und völlig unkompliziert sind. Das war bei meiner letzten Radtour durch Süddeutschland auch schon so.
Dominique ist schon seit Anfang Mai mit dem Rad unterwegs. Erst durch Deutschland (Ilmtalradweg, Weimar, Saaletalradweg hat sie alles abgefahren), dann Schweden und Norwegen. Jetzt hat sie erstmal die Nase voll vom Radfahren und will 14 Tage im Gebirge hier wandern gehen. Letztes Jahr ist sie 7000km quer durch die USA von Ost nach West gefahren
und ist von den Eindrücken dort immer noch begeistert. Wahnsinn was diese Schweizer für Touren machen und woher sie die Zeit dafürr nehmen.
Auf jeden Fall kriege ich Tipps über Tipps von ihr, über günstige Lebensmittel hier und wie man mit Tunneln als Radler hier umgehen kann.
Bei so viel Gesprächsstoff ist der Tag dann auch schnell verflogen.

Sonntag, 10.08.14

Heute geht es weiter. Ich will auf den berühmten Rallarvegen. Das ist eine Fahrradstrecke durchs Hochgebirge hier. Ehemals war dies eine Baustraße für die Bahnstrecke von Oslo nach Bergen.
Die 20km bis zum Start der Strecke in Haugastol fahre ich mit dem Zug. Hier geht die Schotterpiste dann los, 80km durchs Hochplateau hier. Da es wiedermal nieselt und hier oben schon heftig kühl ist sind nur wenige Mountainbiker und Wanderer hier unterwegs.
Die ersten 30km geht es stetig bergan bis zum höchsten Punkt der Srecke, kurz hinter Finse, der bei 1340m liegt. Zum Glück hört der Nieselregen irgendwann auf. Die Landschaft hier ist beeindruckend, äußerst karge mit Geröll überlagerte Hänge. Überall sprudelt Wasser die Hänge herunter und ist von sumpfigen bunt bewachsenen Moosen umgeben. Hier oben liegt das ganze Jahr über Schnee.
Die Piste die ich jetzt fahre ist meist erst ab Mitte Juli soweit schneefrei, das sie befahrbar ist. Auch heute muß ich mein Rad durch ein kleines Schneefeld schieben. Insgesamt ist die Route aber sehr gut befahrbar, selbst mit meinem Gepäck, nur wenige mit Geröll überlagerte Stellen wo ich wirklich schieben muß.
Den höchsten Punkt erreiche ich gegen 15Uhr und beschließe die gesamte Strecke doch noch an einem Tag zu fahren. Ursprünglich wollte ich hier oben evtl. campen und am nächsten Tag weiterfahren, auf Grund des wechselhaften rauhen Wetters hier oben, gebe ich nochmal Gas und versuche Flam am Aurlandsfjorden noch zu erreichen.
Das heißt ab jetzt gehts von 1340m auf 0,00m runter. Was sich leicht anhört, aber leider nicht so ist. Bei der Steilheit der Strecke und wegen vielem Geröll bin ich oft gezwungen das Rad zu schieben, besonders ab Myrdal, hier schießt der Weg in Serpentinen mit 20% Gefälle ins Tal runter, immer entlang eines Wasserfalls der sich hier mit beeindruckendem Getöse ins Tal ergießt.
Ab dann treffe ich dann aber auf eine asphaltierte Straße die mir zur Belohnung des Tages eine 20km lange Schußfahrt bis Flam beschert, wo ich gegen 20Uhr eintreffe.
Auf dem Campingplatz treffe ich gleich auf den nächsten Reiseradler, einen Niederländer, der seine Radreise durch Norwegen allerdings auch schon beendet hat und hier am Fjord noch ein bißchen kajaken will.
Kurz nach mir trifft dann noch ein Australier mit Reiserad, Patrick, ein. Nach den letzten einsamen Tagen nach Oslo tut es gut jetzt auf immer mehr Reiseradler zu treffen, so langsam  macht mir Norwegen Spaß.
Mit dem Australier komme ich dann abends mehr ins Gespräch und kann so mein eingerostetes Englisch wieder auffrischen. Er sit von Australien nach Schweden geflogen um dort Freunde zu treffen und von dort dann mit dem Zug nach Oslo und dann Finse, wo er seine Fahrradtour nach Bergen begonnen hat.
Er ist verblüfft das ich den gesamten Rallarvagen an einem Tag mit meinem vollgepacktem Bike gefahren bin.
Na da kann ich endlich mal ein bißchen stolz sein.




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